Integrierende Medizin und Gesundheitsentwicklung

Integrierende Medizin und Gesundheitsentwicklung

Integrierende Medizin und Gesundheitsentwicklung

geht von einem ressourcen-orientierten Menschenbild aus.

"Was sind ihre Zufriedenheiten mit sich selbst, in ihren Beziehungen und auch in ihrem beruflichen Leben?"

Grundlage unseres ärztlich-therapeutischen Tätigseins ist die wissenschaftlich begründete sogenannte Schulmedizin. Wir bieten Naturheilkundliche, sportmedizinische und ernährungsmedizinische Therapien an und arbeiten im Team mit Universitätskliniken, Krankenhäuser, niedergelassenen Kollegen, Psychotherapeuten, Physiotherapeuten und anderen Spezialisten. Aber integrierende Medizin ist mehr. Die Psychoneuroimmunologie zeigt uns, welche Faktoren unseres Lebens mitwirken um Gesundsein zu fördern oder zu blockieren. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht diese Faktoren im Konzept der integrierenden Medizin und Gesundheitsentwicklung einzubinden.

  • Gesundsein ist nicht die Abwesenheit von Problemen oder Symptomen, sondern der Mut und die Fähigkeit, mit ihnen umzugehen.
  • Wir brauchen eine Medizin der Beziehungen und eine Medizin, die mit allen Sinnen arbeitet.
  • Integrierende Medizin setzt ein salutogenes Denken und Handeln voraus, geht von einem Verständnis von Gesundheit im Sinne von umfassendem Heilsein aus, von einem Heilungsbegriff, der Verbindung ermöglicht und herstellt zwischen lebendigen Individuen, die miteinander heilsame Lebensbedingungen schaffen und gestalten in Wertschätzung ihres eigenen Lebensgeschenks und des Lebensraumes, den sie gestalten und beleben.
  • Integrierende Medizin und Gesundheitsentwicklung geht von einem ressourcenorientierten Menschenbild aus. "Was sind ihre Zufriedenheiten mit sich selbst, in ihren Beziehungen und auch in ihrem beruflichen Leben?" - Ausgehend von dieser "Ressourcenanamnese" kann im Sinne der integrierenden Medizin ein gutes Arzt-Patienten-Gespräch beginnen.
  • Weil unsere Medizin so gut ist, sind wir so krank - sagt Prof. Haber aus Wien und spielt darauf an, wie hoch das Niveau unserer Medizin in Österreich tatsächlich ist und wie vielfältig die Angebote sind. Die Menschen haben zurecht großes Vertrauen in diese Medizin. Zum Teil ist dieses Vertrauen so groß, dass sie ihre persönlichen aber auch strukturell krankmachenden Lebensweisen gar nicht mehr hinterfragen. Es geht uns darum, Menschen neben der betreuenden Schulmedizin und anderer Therapieverfahren auch bei einer aktiven Lebensgestaltung im individuellen und strukturellen Umfeld zu begleiten.
  • Gesundsein im Sinne der integrierenden Medizin schließt die emotionale Beweglichkeit mit ein, die Fähigkeit lachen zu können, weinen zu können, trauern zu können, die Fähigkeit sich zu begeistern, die Fähigkeit Feste zu feiern oder sich in ein Spiel zu vertiefen. Was sind ihre Zufriedenheiten? Wofür können sie sich begeistern? Wann haben sie das letzte Mal so gelacht, dass die Tränen spritzen? Im Rahmen der integrierenden Medizin haben diese Fragen – nicht zuletzt auf Grund der Forschungsergebnisse der Psychoneuroimmunologie – den gleichen Stellenwert wie die Beurteilung des Blutdrucks, Laborparameter, bildgebende Untersuchungen oder andere diagnostische Verfahren.
  • Integrierende Medizin will also die schulmedizinischen Errungenschaften nicht ausschließen, sondern integrieren im Sinne eines Menschenbildes, das dem Einzelnen Heilungskompetenz zugesteht und will von einem hauptsächlich passiv versorgenden Behandlungsansatz zu einem individuellen und strukturellen Therapie- und Vorsorgeverständnis hinführen.
  • Beziehungskultur: Menschen, die mit sich, mit ihrem Körper, ihren Emotionen, ihren Bedürfnissen gut in Verbindung sind, die ihrem Dasein, ihrem Leben auch einen Sinn - eine Bestimmung geben können, die sich selber sehen und auch gesehen werden, sind beziehungsfähig, sind selbst in gesunden Beziehungen gewachsen und können auch wieder Beziehungsräume gestalten, die wirklich heilsame Beziehungen ermöglichen. Momente der Heilung im Sinne der integrierenden Medizin sind Momente gelebter Beziehungen. Erst wenn Menschen mit sich wieder in Beziehung sind, werden sie empfänglich für heilsame Impulse, die aus unterschiedlichsten Professionen kommen können und sollen.
  • Ein wesentliches Element im Paradigmenwechsel der Medizin ist dadurch definiert, dass wir wieder eine Beziehungsmedizin anbieten, dass es im Sinne der integrierenden Medizin gelingt, über die therapeutisch-ärztliche Beziehung die Menschen wieder mit sich selbst in Beziehung und Verbindung zu bringen um so den eigenen Heilungsweg zu initiieren.
  • Bewegungskultur - ohne Bewegung keine Bewegtheit. Ohne Bewegtheit keine Bewegung. Dort, wo wir beides in unser Leben integrieren können, die Motion und die Emotion, geschieht Entwicklung - sagt Waldefried Pechtl.
  • Ernährungskultur: Integrierende Medizin fokusiert nicht auf eine von hunderten Diäten, sondern will Menschen dafür sensibilisieren, welche ihnen an Lebensmitteln Energie und Gesundheit bewirken. Es geht darum, auch wieder ein gemeinsames Ernährungsbewusstsein zu entwickeln, das mit Lebensmitteln, mit Genuss aber auch mit Kultur zu tun hat. Es geht darum und auch gleichzeitig wieder - interdisziplinär vernetzt - klare Stellungnahmen abzugeben und Einfluss zu nehmen, politisch und strukturell, damit wieder biologische Nahrungsmittel nachhaltig produziert werden können.
  • Berufskultur: Integrierende Medizin fokusiert im Patientengespräch immer wieder die Frage nach den Zufriedenheiten im Beruf, hinterfragt das Arbeitssetting und in wie weit sich Mitarbeiter in ihren beruflichen Tätigkeiten gesehen und wertgeschätzt fühlen. Es geht immer mehr um die Fähigkeit, den wachsenden Druck im Berufsleben stand zu halten oder besser noch individuell und strukturell Entlastungen zu definieren, zu finden und diese sich auch zu erlauben.
  • Die integrierende Medizin beobachtet, hinterfragt und versucht, immer wieder zu verstehen, wie Menschen leben, wie sie sich bewegen, wie sie essen, wie sie arbeiten, wie sie feiern und trauern, wie sie ihr Leben gestalten.
  • Integrierende Medizin bietet nur im Notfall "Rezepte" an. Sonst geht es um die Aktivierung der Ressourcen des Einzelnen und die Bündelung der Ressourcen in lebendigen Gemeinschaften zur nachhaltigen Lebensgestaltung.
  • Umwelt-Kultur: Es geht darum, dass wir wieder demütig und dankbar werden und in Verbindung mit der Erde kommen, die uns alle Ressourcen zur Verfügung stellt, damit wir leben können. Achtsamkeit und feinste Wahrnehmung ermöglichen uns, in Verbindung zu kommen mit uns, unserem Umfeld und den Menschen, mit denen wir unseren Lebensraum teilen. Bewegung in der Natur alleine oder zu zweit ist eine der effektivsten Regenerationsformen mit schulmedizinisch bewiesenen Auswirkungen auf unser Immunsystem, unser vegetatives Nervensystem, unser Herz-Kreislauf-System und den ganzen Körper.
  • Integrierende Medizin nimmt Rücksicht auf Spiritualität und die Sehnsüchte der Menschen nach einem spirituellen Netzwerk, weiß auch um die Kraft einer spirituellen Verbindung im Sinne wie das Martin Buber definiert, dass Spiritualität präsent und spürbar wird im Zwischenraum einer verständnisvollen, tiefen zwischenmenschlichen Begegnung.
  • Solidarität: Gesundsein kann niemals ausschließlich ein individuelles Thema sein. Während Menschen in der nördlich und westlichen Hemisphäre krank am Zuviel werden, werden viele Menschen in den südlichen Ländern krank am Zuwenig. Es geht um eine aktive Umverteilung und die Bereitschaft, miteinander und von einander zu lernen, um eine Gesundheitsentwicklung und ein Gesundheitsbewusstsein, das nicht auf das individuelle Wohlbefinden ausschließlich beschränkt ist, sondern um ein Heilungsverständnis im Sinne von Jean Carpentier, der sagt: Heilen bedeutet eine Welt zu schaffen, die den Körper nicht mehr dem Kranksein aussetzt.

Text: Hans und Georg Wögerbauer